Die sportliche Bruchlandung gegen Mainz dürfte Kathleen Krüger wohl kaum von ihrem Kurs abbringen. Ihr erstes Heimspiel als HSV-Sportvorständin endete mit einem ernüchternden 0:5.
Ihre langfristige Vision für den Verein reicht jedoch weit über einzelne Ergebnisse hinaus. Beim Fan-Talk „Volksparkett“ machte die 41-Jährige kurz zuvor deutlich, worauf sie ihren Fokus legen möchte. Neben einer nachhaltigen Etablierung des HSV in der Bundesliga spielt dabei vor allem die Nachwuchsarbeit eine zentrale Rolle. „Es geht nicht nur um Ergebnisse. Es geht auch darum, die Weichen für eine bessere Verzahnung des Nachwuchses zu stellen. Jeder freut sich, wenn noch mehr Otto Stanges für uns auflaufen“, zitiert das Hamburger Abendblatt Krüger.
Mit eben jenem Sange hat der HSV bereits ein Paradebeispiel für diesen Weg in den eigenen Reihen. Der gebürtige Hamburger spielt seit seinem 15. Lebensjahr für den Klub und gehört seit geraumer Zeit zum Profikader. Zwar wartet der 19-Jährige nach zwölf Bundesliga-Einsätzen noch auf seine erste Torbeteiligung, gilt aufgrund seines Potenzials, seiner Mentalität und seiner Identifikation mit dem Verein aber als Musterbeispiel für den Spielertyp, den Krüger künftig häufiger im Volkspark sehen möchte. Auch Shafiq Nandja und Rekord-Youngster Louis Lemke schafften zuletzt den Sprung aus dem Nachwuchsbereich zu den Profis.

Krüger bleibt ihrer HSV-Linie treu
Schon bei ihrem Amtsantritt im Juli hatte Krüger angekündigt, die Durchlässigkeit zwischen Nachwuchsleistungszentrum und Profiabteilung erhöhen zu wollen. Für sie sei es „identitätsstiftend, eigene Talente im Volkspark zu sehen“. Gleichzeitig sollen Eigengewächse künftig nicht nur sportlich helfen, sondern auch wirtschaftlich wertvoller werden. Der HSV investiert jährlich rund acht Millionen Euro in sein NLZ, größere Transfererlöse blieben in den vergangenen Jahren allerdings die Ausnahme.
Um das zu ändern, setzt Krüger auf individuelle Förderung, klar definierte Ausbildungsprofile und einen datenbasierten Ansatz. „Am Ende schaffen es einzelne Spieler und nicht die gesamte Mannschaft“, betonte sie bereits im Sommer. Ihr Ziel ist klar: Der HSV soll künftig deutlich häufiger Spieler hervorbringen, die den Weg von Otto Stange gehen – auch wenn dieser ebenfalls gerade erst am Anfang steht.









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