Einige Tage nachdem er die portugiesische Nationalmannschaft inmitten der Vorbereitungen auf die Nations League verließ, hat sich Cristiano Ronaldo in einem offiziellen Statement zu den Hintergründen seiner Abreise geäußert. CR7 wirft Nationaltrainer Jorge Jesus Wortbruch vor – und entschuldigt sich zugleich bei Mitspielern und Fans.
Nach seiner abrupten Abreise von der portugiesischen Nationalmannschaft hat sich Cristiano Ronaldo, wie angekündigt, in einem offiziellen Statement zu Wort gemeldet. In einem ausführlichen Beitrag auf Instagram erklärte der Superstar, wie die Kommunikation zwischen ihm und Neu-Nationaltrainer Jorge Jesus in den ersten Wochen verlief und was letztendlich zum zumindest vorzeitigen Zerwürfnis der beiden führte.
Cristiano Ronaldo wirft Jorge Jesus „hochmütige und arrogante Haltung“ vor
Demnach habe Jorge Jesus – Nachfolger von Roberto Martinez – Ronaldo in einem ersten persönlichen Treffen nach der WM versichert, auch in Zukunft fest mit ihm in der portugiesischen Nationalmannschaft zu planen. Für die ersten Spiele in der Nations League habe Jesus wie folgt mit dem Superstar geplant: Das erste und letzte der vier Partien sollte er spielen, in den beiden Paarungen dazwischen aus Belastungsgründen aussetzen. So weit, so gut. Vor dem zweiten Spiel, einem 2:1 in Norwegen, habe Jesus Ronaldo in der Halbzeit jedoch gebeten, sich warmzumachen – anschließend aber auf eine Einwechslung des 41-Jährigen verzichtet, was für diesen einen „Wortbruch“ bedeute.

Zwei Tage später habe ein klärendes Gespräch stattgefunden – mit dem Ergebnis, dass Jesus auf der nächsten Pressekonferenz die Hintergründe offen erklären wolle. Dazu kam es laut CR7 jedoch nicht: „Das Auftreten hatte nichts mit unserem Treffen zu tun. Ich hörte Äußerungen und erlebte eine Aggressivität, die ich meiner Meinung nach nicht verdient hatte.“ Laut Ronaldo legte Jesus auf jener Medienrunde eine „hochmütige und arrogante Haltung“ an den Tag, „die er mir gegenüber am Vortag nicht einmal ansatzweise gezeigt hatte“. Für den Angreifer bedeutete das den nächsten Wortbruch seines Coaches.
„Ich beschloss, das Trainingslager zu verlassen, ohne auf einen weiteren Wortbruch zu warten. Für mich ist die Wahrheit nach wie vor das Wichtigste in der Beziehung zwischen Menschen“, erklärte Cristiano Ronaldo die Abreise von der Nationalmannschaft, die medial mächtig für Wirbel gesorgt hatte.
Zugleich rang der 234-fache Nationalspieler um entschuldigende Worte gegenüber Fans und Mitspielern: „Trotz des absoluten Vertrauensbruchs seitens des Trainers – was Zeugen dieser Gespräche bestätigen können – hätte ich das nicht tun dürfen. Die Verantwortung liegt allein bei mir.“
An einen Rücktritt aus der Selecao denkt Ronaldo aber nicht. Zwar rechnet der Superstar mit einer Strafe vonseiten des Verbandes, nach Ablauf dieser werde er aber „zur Verfügung stehen, um für unsere Nationalmannschaft anzutreten und zu gewinnen; so wie ich es bis heute immer getan habe“.
Auch Nationaltrainer Jesus zeigte sich trotz des Zwistes mit seinem Angreifer, den er zuvor schon bei Al-Nassr trainiert hatte, offen für dessen Rückkehr: „Für mich ist Cris bei der nächsten Nominierung – sofern er bei Al-Nassr spielt – ein Kandidat für den Kader. Wenn er zurückkehren will, wird er zurückkehren.“








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