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Von der Not- zur Dauerlösung? Neuformiertes HSV-Mittelfeld begeistert
Nur die RauteNur die Raute·VonYannick Lassmann

Von der Not- zur Dauerlösung? Neuformiertes HSV-Mittelfeld begeistert

Nach dem Saisonaus von Nicolai Remberg sowie dem kurzfristigen Ausfall von Albert Sambi Lokonga musste Merlin Polzin das Zentrum komplett umbauen. Seine Ideen gingen vollends auf.

Mit seinen Entscheidungen sorgte der Trainer vor dem Anpfiff wieder einmal für überraschte Gesichter. Denn anders als erwartet entschied er sich gegen den als Remberg-Double geltenden Kofi Amoako. Den Vorzug erhielten stattdessen der gelernte Linksverteidiger Miro Muheim sowie Bilal Nadir, der nach einer schwachen Halbzeit gegen Mainz (0:5) zuletzt gar keine Rolle spielte.

Eine durchaus gewagte Variante angesichts des sehr spielstarken Gegners aus Stuttgart „Bei Kofi haben wir offen und ehrlich kommuniziert, an welchen Dingen er weiterarbeiten muss“, erklärte Polzin und führte aus (via Mopo): „Bilal hat eine Balleroberungsmentalität in giftigen Momenten, in denen er sich behaupten kann. Er hat sich hochgearbeitet aus nicht ganz so einfachen Verhältnissen, hat in Frankreich auf höchstem Niveau schon viel Erfahrung sammeln dürfen.“

Favé Polzin Amoako
Foto: IMAGO

HSV: Nadir setzt erste Duftmarke

Der 22-Jährige Nadir absolvierte bereits 53 Pflichtspiele für Olympique Marseille, vier davon in der Champions League. Seine Qualitäten rief er am gestrigen Samstag erstmals im Volkspark ab. Der Marokkaner präsentierte sich enorm ballsicher, ließ sich auch vom hohen Stuttgarter Anlaufen nicht aus der Ruhe bringen und trug dazu bei, dass der HSV auch durch einen sauberen Spielaufbau zu gefallen wusste.

„Bilal ist ein super Fußballer, der super kicken kann und am liebsten am Ball ist“, lobte Routinier Yussuf Poulsen. Darüber hinaus beseitigte Nadir, der mehr als die Hälfte seiner Zweikämpfe gewann und vier klärende Aktionen aufwies, im Verbund mit Muheim sowie dem ebenfalls sehr umtriebigen Martin Adeline die Zweifel an der defensiven Klarheit. Nach 84 Minuten verabschiedete er sich entkräftet und wurde durch Amoako ersetzt.

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„Wenn man sieht, wie der herumsprintet und alles gibt bis zur letzten Minute, bis es nicht mehr geht: Das ist genau das, was wir brauchen. Bilal war super heute“, so Poulsen begeistert. Abwehrchef Sebastiaan Bornauw stimmte ihm zu und fügte mit Blick auf den in den Vorwochen oftmals glücklosen Adeline an: „Und auch Martin hat ein Superspiel gemacht.“

Den starken Auftritt des Hamburger Zentrums rundete der schon zuvor gefällig auftretende Muheim – bis zum Hoffenheim-Spiel noch komplett außen vor – in der 88. Minute ab, indem er mit einem Distanz-Hammer erneut den Siegtreffer markierte.

Den dritten Erfolg in Serie erklärte er sich mit der Breite des Kaders: „Ausfälle wie Sambi und Rambo zu ersetzen, ist extrem schwer, aber wir haben super Jungs hier, die ready sind, wenn sie gebraucht werden. Das haben wir heute gesehen.“ Daher scheint es vorstellbar, dass die von Polzin aus der Not geschaffene Besetzung auch in Paderborn wieder zum Zug kommt.

Foto: IMAGO

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