Werder Bremen hat einen Lauf. In der Bundesliga ist der Klub von der Weser seit nunmehr sechs Partien ohne Niederlage. Die gute Form bekam zuletzt auch Borussia Dortmund zu spüren. Am Dienstag (27. Oktober, 20:45 Uhr) feiern beide Teams in der 2. Runde des DFB-Pokals ein frühes Wiedersehen.
Die Auslosung macht es möglich. Vor zweieinhalb Wochen empfing der BVB den SVW zum Freitagabendspiel. Signal Iduna Park unter Flutlicht mit mehr als 80.000 Zuschauern: wie geschaffen für einen Heimerfolg der Borussia. Als die Hausherren spät durch Daniel Svensson (24) und Nico Schlotterbeck (26) 2:0 in Führung gingen, schien der Sieg vorprogrammiert.
Doch die Westfalen hatten die Rechnung ohne die Gäste gemacht, die sich nicht geschlagen geben wollten. Zunächst verkürzte Ludovit Reis (26) auf 1:2, dann gelang ausgerechnet dem Ex-Borussen Niclas Füllkrug (33) in der zweiten Minute der Nachspielzeit noch der 2:2-Ausgleich. Weg waren die drei Punkte.
„Ich war mehr als einverstanden mit der Vorstellung in der Partie“, blickt Daniel Thioune (52) am Montag (26. Oktober) auf der Pressekonferenz vor dem Pokalduell auf das späte Remis zurück. Dennoch gebe es „ein paar Dinge, die wir anpassen müssen“. Schließlich hat es sich der Bremer Chef-Trainer zum Ziel gesetzt, „eine Runde weiterzukommen“. An der Rollenverteilung gibt es für den gebürtigen Niedersachsen dennoch nichts zu rütteln: „Wir sind Außenseiter, der BVB ist Favorit.“ Thioune hofft aber: „Vielleicht können wir ihre Party crashen.“
Füllkrug als Vorbild
Als beide Vereine in der Saison 2018/19 im Achtelfinale des DFB-Pokals aufeinandertrafen, fiel die Entscheidung erst im Elfmeterschießen. Bremen hatte das bessere Ende für sich, setzte sich nach einem 3:3 in 120 Minuten mit 4:2 vom Punkt durch.
Thioune weist auf das Spezielle dieser Konstellation hin. „Es stellt sich immer die Frage, wie man diese Situation simulieren kann?“, sagt der Werder-Coach und beschreibt ein mögliches Szenario: „80.000 Fans, müde Beine, schwerer Kopf und Gregor Kobel im Tor.“ Dennoch spreche „nichts dagegen, den einen oder anderen Elfmeter mal zu schießen“.

Ein Beispiel können sich die Bremer Spieler an ihrer Nummer zehn nehmen. In den jüngsten beiden Partien verwandelte Füllkrug gleich drei Strafstöße. „Die Überzeugung zu haben, mit der Niclas Füllkrug in den letzten drei Fällen angetreten ist, ist sicherlich zuträglich“, empfiehlt Thioune den früheren Dortmunder als Vorbild.
Überhaupt befindet sich der Mittelstürmer in überragender Form. In acht Pflichtspielen netzte er bereits neunmal. In der Bundesliga traf Füllkrug nur zum Auftakt beim 1:4 in Freiburg nicht – in allen folgenden sechs Spielen aber schon.










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