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Zukunft völlig offen: BVB-Star muss um Verbleib zittern
BVBWLDBVBWLD·VonMarcel Groß

Zukunft völlig offen: BVB-Star muss um Verbleib zittern

Borussia Dortmunds Kapitän steht vor entscheidenden Monaten. Nach seiner langen Verletzungspause muss er nicht nur zurück auf den Platz, sondern auch sportlich überzeugen.

Für BVB-Kapitän Emre Can geht es nach seinem Comeback um weit mehr als die Rückkehr in den Dortmunder Kader. Der 32-Jährige muss sich nach seiner schweren Knieverletzung wieder herankämpfen und gleichzeitig um seine sportliche Zukunft bei Borussia Dortmund kämpfen. Sein Vertrag läuft nur noch bis zum 30. Juni 2027. Wie es danach weitergeht, bleibt völlig offen.

Dabei hatte Borussia Dortmund erst im März ein klares Zeichen gesetzt. Kurz nach dem Kreuzbandriss im Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern München verlängerten die Verantwortlichen den ursprünglich auslaufenden Vertrag um ein weiteres Jahr. Emre Can geht damit bereits in seine achte Saison beim BVB. Doch wie viele Einsätze er in dieser Spielzeit sammeln wird, ist noch offen. Auch im Oktober ist eine Rückkehr auf den Platz noch nicht absehbar. Der „Kicker“ spekuliert, dass auch ein Comeback nach der Winterpause ein mögliches Szenario ist. Dann könnte der Verteidiger knapp ein Jahr ohne Pflichtspiel auf dem Buckel haben.

Die Dortmunder hielten ihrem Kapitän trotz der schweren Verletzung aus dem Februar diesen Jahres die Treue. Geschäftsführer Lars Ricken erklärte damals: „Emre ist unser Kapitän und ein absoluter Vorzeigeprofi. Er ist ein Leader, geht vorweg und stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft.“ Für Lars Ricken spielte dabei nicht nur die sportliche Qualität eine Rolle. Borussia Dortmund wollte seinem Mannschaftsführer in einer schwierigen Phase Rückendeckung geben. „Wir haben nicht umsonst schon kurz nach seiner schweren Verletzung direkt gesagt, dass wir ihn weiter unterstützen wollen, weil er ein wichtiger Faktor für Borussia Dortmund ist“, sagte Lars Ricken.

Die Vertragsverlängerung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Emre Can auch über den kommenden Sommer hinaus eine Zukunft in Dortmund besitzt. Zunächst steht für den Kapitän ohnehin ein anderes Ziel im Vordergrund: Er will nach seiner langen Leidenszeit wieder vollständig fit werden. Nach dem Kreuzbandriss musste Emre Can operiert werden. Insgesamt musste der Routinier innerhalb weniger Monate zwei Eingriffe verkraften. Zuletzt musste der ehemalige Nationalspieler wegen Problemen an den Adduktoren operiert werden. Entsprechend schwierig gestaltet sich sein Weg zurück auf den Platz.

Doch selbst ein erfolgreiches Comeback dürfte noch nicht reichen, um seine Zukunft beim BVB zu sichern. Denn die Konkurrenz in der Dortmunder Defensive ist groß. Schon vor seiner Verletzung besaß Emre Can keinen unumstrittenen Stammplatz mehr. Mittlerweile stehen dem Kapitän mehrere Konkurrenten gegenüber. Nico Schlotterbeck, Waldemar Anton, Ramy Bensebaini, Filippo Mane, Luca Reggiani und Joane Gadou bieten Borussia Dortmund verschiedene Möglichkeiten in der Defensive.Damit wartet nach der Reha direkt die nächste große Herausforderung auf Emre Can. Der 32-Jährige muss sich seinen Platz neu erarbeiten.

Auch die Kapitänsbinde garantiert Emre Can keinen Platz in der Startelf. Selbst wenn sich der Dortmunder Kader bis zur kommenden Saison verändert, dürfte ein großer Teil seiner Konkurrenten beim BVB bleiben. Emre Can muss deshalb zeigen, dass er sportlich weiterhin eine wichtige Rolle übernehmen kann. Seine Erfahrung und seine Bedeutung innerhalb der Mannschaft sprechen für ihn. Auf dem Platz zählt für den Routinier nach der langen Pause allerdings wieder die Leistung.

Die kommenden Monate könnten deshalb entscheidend werden. Findet Emre Can zu alter Stärke zurück und sammelt regelmäßig Einsatzzeit, steigen seine Chancen auf eine weitere Zukunft in Dortmund. Schafft er den Sprung zurück in die Mannschaft dagegen nicht dauerhaft, könnte sich im Sommer 2027 die Frage nach einem Abschied stellen. Noch beschäftigt sich Emre Can allerdings nicht mit einem möglichen Wechsel oder einer weiteren Vertragsverlängerung. Zunächst zählt für den Kapitän nur sein Comeback.

BVB setzte nach Kreuzbandriss klares Zeichen

Dass Borussia Dortmund den Vertrag trotz der schweren Verletzung verlängerte, unterstreicht den Stellenwert von Emre Can innerhalb des Klubs. Der ehemalige deutsche Nationalspieler läuft seit Januar 2020 für die Schwarz-Gelben auf. Im Sommer 2023 übernahm er zudem die Kapitänsbinde.

Nach seiner Verlängerung machte Emre Can auf der vereinseigenen Homepage deutlich, wie eng er sich inzwischen mit Borussia Dortmund verbunden fühlt. „Ich bin schon einige Zeit hier dabei. Nach über sechs Jahren in diesem Verein kann ich schon sagen, dass ich Borusse bin – durch und durch. Ich bin extrem stolz, für diesen Verein hier spielen zu dürfen“, erklärte Emre Can. Die Verbindung zum BVB ist also weiterhin groß. Trotzdem könnte die sportliche Situation darüber entscheiden, ob daraus noch weitere gemeinsame Jahre werden.

Emre Can
Foto: IMAGO

Zunächst muss Emre Can seinen Körper wieder an die Belastungen des Profifußballs heranführen. Anschließend beginnt für den Kapitän der Kampf um Einsatzminuten. Gerade angesichts der zahlreichen Alternativen in der Defensive dürfte dieser alles andere als einfach werden. Für Emre Can stehen damit richtungsweisende Monate bevor. Borussia Dortmund unterstützte seinen Kapitän während seiner Verletzung und verschaffte ihm mit der Verlängerung zusätzliche Zeit. Nun liegt es am 32-Jährigen, sich nach seiner Rückkehr sportlich wieder in den Vordergrund zu spielen. Erst danach dürfte die Frage konkret werden, ob Borussia Dortmund und Emre Can auch nach dem Sommer 2027 gemeinsam weitermachen. Sicher ist bislang nur: Einen garantierten Stammplatz besitzt selbst der Kapitän nicht.

Quelle: BVBWLDZum Original

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