Ein früherer Schalker Torjäger lenkt die Karriere eines Dortmunder Sturmtalents. Der Teenager trifft im Nachwuchs des Revierrivalen bislang fast nach Belieben. Sein Berater tritt trotzdem auf die Bremse.
Ebbe Sand ist nämlich der Berater von Bjarki Gardarsson. Der Däne, der auf Schalke als Sturmlegende gilt, betreut damit ausgerechnet einen Angreifer, der seit Juli für Borussia Dortmund aufläuft. Gegenüber BILD richtete Sand eine klare Botschaft an alle, die den 16-jährigen Isländer schon jetzt in den Himmel loben: „Gebt ihm einfach Zeit!“
Mit Lob für seinen Schützling spart Sand dabei nicht: „Gardarsson ist ein super Junge mit einer großartigen Einstellung. Er weiß, wo das Tor steht und hat riesiges Potenzial.“ Die Einschränkung liefert er im selben Atemzug: „Aber der Bursche ist erst 16 Jahre alt und kann sich noch in vielen Bereichen, etwa beim Aufbau von Muskelmasse, verbessern.“
Ein Blick auf die Dortmunder Nachwuchsbilanz erklärt, warum Geduld gefragt ist. Den Sprung zu den Profis schafften zuletzt nur wenige Talente, auch wenn Filippo Mane, Luca Reggiani oder Samuele Inacio derzeit als positive Gegenbeispiele taugen. Für Angreifer ist der Weg besonders mühsam: Julian Rijkhoff, Bradley Fink und Youssoufa Moukoko haben diese Erfahrung bereits gemacht.
Hattrick nach 19 Minuten
Auf dem Platz liefert Gardarsson derzeit allerdings reichlich Gründe für die Begeisterung. Unter U19-Trainer Felix Hirschnagl traf er in den ersten zwei Pflichtspielen jeweils dreifach. Im Pokal gegen Holstein Kiel reichte das nicht: Der BVB verlor 3:4, ein Gegentor ging nach einem eigenen Fehler auf seine Kappe. Eine Woche später, zum Ligastart gegen Rot-Weiß Oberhausen, genügten ihm elf Minuten für drei Tore in Folge – schon in der 19. Minute war der Hattrick perfekt.
Inzwischen steht der Linksfuß bei acht Treffern aus sechs Spielen, einmal kam er beim 1:1 in Duisburg von der Bank und traf. Was ihn auszeichnet, beschreibt Hirschnagl so: „Bjarki ist im Abschluss ganz ruhig, das ist die herausragende Qualität, die er hat. Bei manchen geht der Puls hoch und die Abschlüsse werden ungenau. Bjarki aber ist entspannt und bringt diese Eiseskälte mit“, sagte der Coach den Ruhr Nachrichten.
Probetrainings in Salzburg und Kopenhagen
Dortmund war nicht die einzige Adresse, die Gardarsson vor seinem Wechsel von UMF Stjarnan Gardabær prüfte. Beim FC Kopenhagen und bei Red Bull Salzburg absolvierte er Probetrainings, auch Nordsjælland und die PSV Eindhoven sollen sich mit ihm beschäftigt haben. Den BVB hatte er sich schon im April 2025 vor Ort angeschaut. NLZ-Chef Thomas Broich freute sich über die Zusage: „Wir haben ihn schon länger auf dem Zettel und freuen uns sehr, dass er sich für den BVB entschieden hat.“
In der Besta deild, Islands höchster Spielklasse, war der 1,94 Meter große Angreifer bereits für die erste Mannschaft von Stjarnan im Einsatz. Bei seinem Debüt war er 16 Jahre, drei Monate und sechs Tage alt – nur 14 Spieler kamen dort jünger zum Zug. Für die Junioren-Nationalteams von der U15 bis zur U17 erzielte er zehn Tore in 18 Einsätzen, zuletzt gelangen ihm drei Treffer in der EM-Qualifikation der U17. Sein Vertrag in Dortmund läuft bis 2029.










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