Ralf Fährmann schildert in seiner Biografie erstmals ausführlich das berüchtigte „Kuchen-Gate“ mit Peter Knäbel. So lief es ab.
Das „Kuchen-Gate“ sorgte 2022 für Aufsehen auf Schalke. Damals wurde berichtet, dass Sportvorstand Peter Knäbel Torhüter Ralf Fährmann darauf angesprochen habe, vor Spielen und in der Halbzeit keinen Kuchen mehr zu essen. Nun schildert Fährmann in seiner Biografie „Schalke und ich – eine Liebesgeschichte“ erstmals ausführlich, wie das Gespräch aus seiner Sicht tatsächlich ablief.
Beim 11FREUNDE-Themenfrühstück wurden weitere bislang unveröffentlichte Passagen aus dem Buch vorgelesen. Redakteur Max Dinkelaker kündigte an: „Wir wollen gar nicht so genau drauf eingehen, was schon veröffentlicht wurde, sondern wir werden jetzt exklusiv weitere Geschichten leaken. Ich habe das Buch quasi schon durch.“
Im November 2022 erwartete Fährmann eigentlich ein Gespräch über seine sportliche Zukunft. Nach einer schwachen Hinrunde und einigen Wacklern von Alexander Schwolow rechnete der Torhüter damit, wieder ins Tor zurückzukehren. „Ganz klar, ich sollte zurück ins Tor. Das war, das wurde ehrlich gesagt auch Zeit“, schreibt Fährmann.
Das Gespräch mit Knäbel begann zunächst völlig unverfänglich. „Wie geht’s dir?“, habe dieser gefragt. Danach ging es sogar um Fährmanns Ehefrau.
Doch plötzlich wechselte das Thema: „Aus dem Nichts fragte er schließlich, wie viel wiegst du eigentlich?“ Fährmann antwortete ehrlich: „110 Kilogramm.“ Knäbel entgegnete, das sei „aber ein bisschen viel“. Der Torhüter verwies auf seine Körpergröße von 1,97 Metern und bot sogar eine Körperfettmessung an. Doch Knäbel hakte weiter nach: „Wie ernährst du dich zu Hause?“ Fährmann erklärte, er ernähre sich „vegan und glutenfrei“. Seine Frau achte sehr genau darauf, was zu Hause auf den Tisch komme.
„Langsam wurde ich sauer“
Für den Keeper wurde das Gespräch zunehmend irritierend. „Langsam wurde ich sauer“, schreibt er. Schließlich habe er sein ganzes Leben auf seinen Körper geachtet und alles für seine Leistungsfähigkeit getan.

Dann kam Knäbel auf den eigentlichen Punkt zu sprechen: „Ich habe dich mehrfach dabei beobachtet, wie du in der Halbzeit ein Stück Kuchen zu mir genommen hast.“ Anschließend erklärte er: „Du bist ein besonderer Spieler auf Schalke und deshalb trägst du auch besondere Verantwortung.“
Fährmann war „wie vor den Kopf gestoßen“. Kuchen habe es schließlich schon in seiner Jugend in der Halbzeit gegeben, um schnell Energie zuzuführen. Seine Reaktion fiel entsprechend pragmatisch aus: „Wenn du möchtest, esse ich ab jetzt eine Banane.“
Damit war das „Kuchengate“ geboren. Und wie Fährmann schreibt: „Es sollte noch richtig Fahrt aufnehmen.“









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