Nach einem katastrophalen Saisonstart befreite sich der HSV eindrucksvoll aus der Krise. Der Lauf nimmt nun über 15 Jahre nicht mehr erreichte Ausmaße an.
Daran war noch vor einem Monat nicht annähernd zu denken. Die Hanseaten befanden sich nach drei Spielen mit 0:12-Toren am Tabellenende, unterlagen Mainz und Leipzig jeweils mit 0:5. So wurden zumindest öffentlich Diskussionen über die Jobs des Trainerteams um Merlin Polzin laut. Der Verein bekannte sich jedoch zu ihnen, verlängerte sogar inmitten dieser Krise die zum Saisonende auslaufenden Verträge.
Polzin und seine Assistenten führten den HSV eindrucksvoll wieder in die Spur. Nach dem hart erarbeiteten 2:1-Erfolg über Köln nutzten sie die außergewöhnlich lange Länderspielphase, die einen erfolgreichen Test gegen Kopenhagen (2:0) beinhaltete, um den nicht bei den Nationalmannschaften weilenden Spielern ihre Ideen im Spiel mit und gegen den Ball detaillierter zu vermitteln.

HSV: Polzin erreicht Veh-Bestmarke
So präsentierten sich der HSV schon in Hoffenheim deutlich verbessert und bogen dank großer Moral in der Schlussphase einen 2:1-Rückstand um. Gekrönt wurde die erstaunliche Entwicklung am Samstag mit dem späten 1:0-Erfolg über den VfB Stuttgart. Für Miro Muheim trug auch das klare Bekenntnis der Vereinsführung zu Polzin maßgeblich dazu bei (via Bild): „In den letzten Jahren war das immer so. Wenn es von außen turbulent wurde, wurde hier weiter ruhig gearbeitet. Das hilft den Spielern, das hilft den Trainern, am Fußballerischen zu arbeiten. Das hat der Verein sehr gut gemacht.“
Muheim avancierte wie bereits in Hoffenheim zum Matchwinner und sicherte den dritten Bundesliga-Sieg in Folge. Eine Marke, die der HSV zuletzt im Dezember 2010/Januar 2011 unter Coach Armin Veh – seitdem probierten sich 19 verschiedende Übungsleiter an der Seitenlinie – erreichte. Damals gewann er nach Treffern von Eljero Elia und Piotr Trochowski mit 2:1 beim damaligen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach und setzte sich auf Schalke sowie gegen Eintracht Frankfurt jeweils mit 1:0 durch. Für die Siegtreffer zeigten sich der einstige Weltstar Ruud van Nistelrooy und Mladen Petric verantwortlich.
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Darüber hinaus gehörten dem Kader illustre Namen wie Zé Roberto, deutsche Nationalspieler wie Marcell Jansen, Dennis Aogo oder Heiko Westermann, Kapitän David Jarolím, Torhüter Frank Rost oder Angreifer Paolo Guerrero an. Die Ansprüche waren dementsprechend wesentlich höher. Für den HSV gab es in dieser Zeit stets das Ziel, sich für die internationale Geschäft zu qualifizieren.
Aktuell geht es im zweiten Jahr nach der Rückkehr ins Oberhaus nur darum, möglichst frühzeitig den Klassenerhalt zu schaffen. Der HSV liegt auf Kurs und könnte am Samstag beim SC Paderborn die nächste Topmarke erreichen. Vier Bundesliga-Siege am Stück holte er nämlich zuletzt zu Beginn der Saison 2009/2010 unter Bruno Labbadia.
Foto: IMAGO









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