Seine sportliche Bilanz in dieser Spielzeit fällt ernüchternd aus. Mertcan Ayhan (20) stand für die Profis des FC Schalke 04 nur etwas mehr als eine Stunde auf dem Platz. Am Dienstag (20. Oktober) durfte der Innenverteidiger endlich einmal wieder von Beginn an ran. Die Sache hat allerdings einen Haken.
Ayhan gehörte der Schalker Startelf an. Die Begegnung fand jedoch in der Regionalliga statt. Die U23 des Revierklubs empfing die Zweitvertretung des 1. FC Köln. Die Elf von Chef-Trainer Jakob Fimpel (37) erwischte einen gebrauchten Nachmittag und verlor deutlich mit 1:3. Die Domstädter zogen dank des Sieges in der Tabelle an Schalke II vorbei.
Den Halbzeitpfiff beim Stande von 0:1 erlebte Ayhan noch auf dem Platz. Doch dann hatte er aus Gründen der Belastungssteuerung Feierabend. Die restlichen Tore bekam er deshalb nur noch von der Bank aus mit.
Das sah in der vergangenen Saison noch ganz anders aus. Der Innenbandriss von Timo Becker (29) spülte Ayhan ins Team. Der Youngster nutzte die Chance und avancierte zur Stammkraft. Wettbewerbsübergreifend absolvierte der gebürtige Gelsenkirchener 29 Partien, davon 21 in der Startelf.
Dass derartige Auftritte das Interesse anderer Klubs wecken, liegt auf der Hand – zumal Ayhan mittlerweile seit März 2026 für die türkische U21-Nationalmannschaft aufläuft. Die logische Konsequenz war eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2030, die ganz ohne Ausstiegsklausel auskommt und ihm ein angepasstes Gehalt einbringt.
Baumann macht Druck: Dem Konkurrenzkampf stellen
Hätte der Verteidiger mit einem geschätzten Marktwert von acht Millionen Euro diese starke Entwicklung fortgesetzt, wäre im Sommer 2027 eine millionenschwere Rekordablöse möglich gewesen. Stattdessen ist der 20-Jährige aktuell nur noch Reservist.
Noch schlimmer: In der teaminternen Hierarchie ist Ayhan aktuell nur noch die Nummer fünf in der Defensive. Trainer Miron Muslic (44) wechselt zwar in fast jeder Begegnung einen Abwehrspieler ein, doch der zweitwertvollste Profi im Schalker Kader zieht dabei bis auf zwei Ausnahmen regelmäßig den Kürzeren.

Mut sollte dem Youngster der Zuspruch des Sportvorstandes machen. „Ich bin absolut davon überzeugt, dass Mertcan noch reichlich Einsatzzeiten bekommen wird, wenn er sich im Training beweist. So wie das in der vergangenen Saison ja auch der Fall war“, sagte Frank Baumann (50) im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.
Ayhan werde „die Lage auch realistisch einschätzen“, führte Baumann ergänzend aus. Der 20-Jährige sei „sehr klar im Kopf“ habe „aber natürlich auch eine gesunde Ungeduld und möchte spielen“. Einfach wird es für den Youngster auch in Zukunft nicht. „Dem Konkurrenzkampf muss er sich aber auch wie jeder andere Spieler stellen“, machte der S04-Verantwortliche unmissverständlich klar.









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