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Viel Pech, viel Potenzial: Dieser HSV-Auftritt macht Hoffnung!
Nur die RauteNur die Raute·VonPhilipp Overhoff

Viel Pech, viel Potenzial: Dieser HSV-Auftritt macht Hoffnung!

Die Verletztenmisere bleibt ein gewaltiges Problem, doch der Pokalauftritt gegen Frankfurt macht dem HSV trotz der Niederlage Mut. Warum die Leistung Anlass zur Hoffnung gibt

Alle Jahre wieder werden die Bundesliga-Kader im Herbst auf Herz und Nieren geprüft. Die Sommerpause liegt nun einige Monate zurück, die frischen Beine des Saisonstarts gehören der Vergangenheit an. Das ist auch in dieser Saison nicht anders. Ganz im Gegenteil: Vereine wie Schalke, Leverkusen und Bayern werden aktuell von heftigen Verletzungssorgen heimgesucht.

Vermutlich hat es jedoch keinen anderen Klub so heftig erwischt wie den HSV. Aktuell fehlen mit Nicolai Remberg, Nicolas Capaldo, Jordan Torunarigha, Bilal Nadir, Fabio Vieira und Yussuf Poulsen gleich sechs Spieler, denen man gut und gern das Label „Stammspieler“ oder sogar „Leistungsträger“ verpassen kann.

Doch damit ist die Liste noch lange nicht komplett: In den Vorwochen mussten die Rothosen zudem auf Sambi Lokonga, Albert Grønbaek, Terem Moffi und Patson Daka verzichten. Hinzu kam der krankheitsbedingte Ausfall von Zakaria El Ouahdi. Die Feldspieler, die sich in der laufenden Saison noch nicht verletzt haben, kann man im wahrsten Sinne des Wortes an einer Hand abzählen.

Bilal Nadir
Foto: IMAGO

Ganz wichtig: Dieser Umstand darf offensive Nichtleistungen wie jene beim SC Paderborn (0:1) keinesfalls entschuldigen. Auch die Tatsache, dass Teile der Verantwortlichen im Anschluss mehr über die Schiedsrichterleistung als über die eigene Harmlosigkeit reden wollten, warf kein gutes Licht auf den eigenen Auftritt.

Zumal die Zuschauer in Ostwestfalen eine Partie sahen, in der der HSV wieder einmal deutlich ungefährlicher agierte als sein Gegenüber. In sieben Bundesliga-Spielen wiesen die Hanseaten siebenmal weniger Abschlüsse auf als der Gegner, fünfmal besaßen sie den – zumeist deutlich – niedrigeren Expected-Goals-Wert. Zugespitzt formuliert könnte man sagen: Jede der bisherigen vier Niederlagen war hochverdient, wohingegen jeder der drei Siege mindestens glücklich war.

HSV dominiert gegen Frankfurt in allen Statistiken

Umso wichtiger war es, dass der HSV im DFB-Pokal-Duell mit Eintracht Frankfurt (1:3) auch eine spielerische Reaktion zeigte. Die arg dezimierten Polzin-Schützlinge waren insbesondere im ersten Durchgang die wesentlich gefährlichere Mannschaft. Das bestritt weder Eintracht-Trainer Adi Hütter noch irgendeiner seiner Spieler. Wenn der HSV aus dem letztlich erfolglosen Pokalabend im Volkspark etwas mitnehmen möchte, dann sollte es ein Blick auf die Zahlen sein. Die Norddeutschen verbuchten satte 2,95 Expected Goals, 15 Abschlüsse und 29 Ballkontakte im gegnerischen Strafraum. Die Frankfurter Werte lagen teilweise um die Hälfte darunter.

Natürlich kann man sich von dieser Erkenntnis nur wenig kaufen, und natürlich zauberte der HSV keinen Fußball vom anderen Stern auf das Parkett. Doch gerade die ersten 45 Minuten verdienen es, als das bezeichnet zu werden, was Zakaria El Ouahdi nach dem Abpfiff tat: die fußballerisch beste Leistung der bisherigen Saison.

Im Hinblick auf den weiteren Herbst und die zweifellos richtungsweisenden Liga-Duelle gegen Frankfurt, Gladbach und Bremen darf den HSV-Fans deswegen positiv zumute sein. Denn ihre Mannschaft ist trotz aller Personalsorgen konkurrenzfähig. Und fast noch wichtiger: Sie ist in der Lage, zumindest in Phasen dominanten Offensivfußball zu spielen. Bei aller verständlichen Niedergeschlagenheit der Protagonisten macht der verlorene Pokalabend deswegen trotzdem Lust auf mehr.

Quelle: Nur die RauteZum Original

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