Damit eine Fußballmannschaft harmonieren kann, muss sie eine – im wahrsten Sinne des Wortes – gemeinsame Sprache sprechen. Das gilt auch für den HSV.
Nach dem erneut großen Kaderumbruch im Sommer ist die Aufgabe für die Verantwortlichen noch einmal anspruchsvoller geworden. Schließlich sollen die zahlreichen internationalen Neuzugänge auch abseits des Platzes möglichst schnell in Hamburg ankommen.
Im Auftrag der Sprachschule Berlitz koordiniert Karen Lindemann den Deutschunterricht bei den Rothosen. Aktuell nehmen 13 Spieler daran teil – so viele wie noch nie seit Beginn der Zusammenarbeit im Februar 2022. Dabei müssen die Einheiten in einen eng getakteten Trainingsalltag passen. Freie Tage und Spieltage sind tabu, zudem können sich Trainingspläne kurzfristig verschieben. „Es ist ein Vertrauensverhältnis entstanden“, erklärt Lindemann gegenüber dem Hamburger Abendblatt die Zusammenarbeit mit den Profis.
Auf dem Stundenplan stehen dabei längst nicht nur klassische Vokabeln. Neben alltäglichen Situationen wie dem Einkauf im Supermarkt oder einem Small Talk geht es zur Hälfte um fußballspezifische Begriffe. Anfangs lernen die Spieler einfache Wörter wie „Tor“, „Außenpfosten“ und „Netz“. Später kommen unter anderem die Positionen ihrer Mitspieler hinzu. Auch die HSV-Identität spielt eine Rolle. „Uns ist auch wichtig, dass sich die Spieler durch bestimmte Vokabeln mit dem HSV identifizieren. Der Wortschatz reicht deshalb bis zu Dino Hermann“, erklärt Lindemann.

HSV: Fischbrötchen statt Sprachbarrieren
Doch die Integration endet nicht auf dem Fußballplatz. Die Spieler sollen sich auch privat in ihrer neuen Heimat zurechtfinden und mit der hanseatischen Kultur vertraut werden. Nicht zuletzt kulinarische Klassiker stehen im Fokus. „Die Spieler müssen wissen, was ein Fisch- und ein Franzbrötchen sind“, betont Lindemann. „Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, dass sich der Spieler in seiner neuen Heimat schnell wohlfühlt.“
Wie wichtig die Bereitschaft zum Lernen ist, kam in der Vergangenheit allerdings nicht bei allen Profis an. Der inzwischen nach Konyaspor gewechselte Jean-Luc Dompé brach den Kurs laut Hamburger Abendblatt seinerzeit ab. Auch Emir Sahiti und William Mikelbrencis sollen sich demnach nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. Mit Blick auf den aktuellen Kader fällt Lindemanns Bilanz deutlich positiver aus: Sie lobt die „sehr guten und wissbegierigen Charaktere“.









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