Ralf Fährmann blickt schonungslos auf seine lange Zeit beim FC Schalke 04 zurück. Vor allem mit mehreren seiner ehemaligen Trainer geht der frühere Torhüter hart ins Gericht.
Seine Verbindung zum FC Schalke 04 ist eng, dennoch blickt Ralf Fährmann keineswegs nur positiv auf seine lange Zeit bei den Königsblauen zurück. In seiner Biografie „Ralf Fährmann: Schalke und ich – eine Liebesgeschichte“ berichtet der ehemalige Torhüter auch von schwierigen Erfahrungen mit mehreren Trainern.
Besonders drastisch ist eine Episode aus der Amtszeit von Dimitrios Grammozis. Nach einer Niederlage soll der damalige Schalke-Coach gegenüber seinen Spielern die Beherrschung verloren haben. Fährmann erinnert sich an die Worte: „Ihr wollt mich ficken? Ihr wollt meinen Staff ficken?“ Die Reaktion innerhalb der Mannschaft sei verhalten ausgefallen. Nach Darstellung des Keepers habe das Team die Ansprache schweigend aufgenommen.
Deutlich freundlicher spricht Fährmann über Christian Gross – zumindest menschlich. Sportlich und in seinem Auftreten habe der Schweizer auf ihn jedoch nicht mehr zeitgemäß gewirkt. „Herr Gross war ein unglaublich netter Mensch. Nur eben aus der Zeit gefallen“, lautet sein Urteil. Auch Manuel Baum hinterließ keinen nachhaltigen positiven Eindruck. Fährmann beschreibt ihn als „nett, aber auch ein bisschen oberlehrerhaft“.
Ralf Fährmann spricht über bittere Degradierung auf Schalke
Den wohl schmerzhaftesten persönlichen Rückschlag erlebte Fährmann allerdings unter Domenico Tedesco. Während der Saison 2018/19 erfuhr der langjährige Stammkeeper, dass Alexander Nübel zur neuen Nummer eins aufsteigen sollte. Als Tedesco seine Entscheidung mit mehreren aus seiner Sicht vorhandenen Schwächen begründete, widersprach Fährmann: „Trainer, Sie suchen aber jetzt das Haar in der Suppe.“ Darauf soll Tedesco erwidert haben: „Nee, Ralf, bei dir ist das schon eine ganze Perücke.“

Für Fährmann war die Degradierung ein schwerer Schlag. „Man hatte mir gerade Herz und Seele herausgerissen. Ich fühlte mich, als wäre ein Teil von mir gestorben“, beschreibt er den Moment rückblickend. Auch Vereinslegende Huub Stevens bleibt von kritischen Erinnerungen nicht verschont.
Vor allem dessen Angewohnheit, während des Trainings immer wieder auf den Platz zu spucken, störte Fährmann offenbar erheblich. Sein wenig schmeichelhaftes Urteil über den Niederländer fällt entsprechend knapp aus: „Was für ein Asi“. Nach 289 Pflichtspielen für Schalke zeichnet Fährmann damit ein durchaus widersprüchliches Bild seiner langen Zeit in Gelsenkirchen. Die geschilderten Vorgänge beruhen auf seinen Erinnerungen und sind nicht unabhängig bestätigt.









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