Die Länderspielpause hat Niko Kovac beim BVB möglicherweise eine neue Option beschert. Gleich zwei Dortmunder Defensivspieler sammelten bei ihren Nationalmannschaften Erfahrungen auf ungewohnten Positionen. Daniel Svensson rückte bei Schweden auf die rechte Seite, Kauã Prates wurde für Brasilien sogar in der Innenverteidigung eingesetzt.
Für Svensson ist ein Positionswechsel grundsätzlich nichts Neues. Der Schwede wird beim BVB vor allem als linker Schienenspieler eingesetzt, lief in der laufenden Saison aber auch schon als linker Innenverteidiger und auf der rechten Schiene auf.
Unter anderem im Supercup gegen den FC Bayern setzte Kovac auf ein System mit inversen Schienenspielern, wodurch Svensson und Ryerson die Seiten tauschten. Im Anschluss liefen beide jedoch wieder auf ihren gewohnten Seiten auf.
Bei der schwedischen Nationalmannschaft kam Svensson nun erneut als Rechtsverteidiger zum Einsatz. Beim 3:1-Sieg gegen Polen absolvierte der 24-Jährige die Partie auf der ungewohnten rechten Seite und konnte dort durchaus überzeugen: Trotz einer frühen gelben Karte gewann er 71 Prozent seiner Zweikämpfe.
Für Kovac könnte das durchaus interessant sein. Denn sollte Julian Ryerson, der gegen Wales bereits nach 16 Minuten ausgewechselt wurde, tatsächlich ausfallen, hätte der BVB mit Svensson eine weitere Option, die diese Rolle auch aus der Nationalmannschaft kennt.
Damit könnte Svensson künftig nicht nur auf der linken Seite für Entlastung sorgen. Seine Erfahrung auf beiden Außenbahnen erweitert die Möglichkeiten des BVB-Trainers – insbesondere dann, wenn personell improvisiert werden muss.
Prates in der Innenverteidigung
Noch ungewöhnlicher war die Rolle von Kauã Prates. Der 18-jährige Sommer-Neuzugang kommt beim BVB in dieser Saison auf 55 Minuten in drei Einsätzen. Dabei wurde er jeweils auf der linken Schiene eingesetzt. Bei der brasilianischen U20 durfte er während der Länderspielreise dagegen als Innenverteidiger ran.
Beim 4:1-Erfolg gegen Dänemark spielte Prates rund 60 Minuten im Abwehrzentrum. Ganz fremd ist die Position für den Youngster allerdings nicht. Auch bei den brasilianischen Junioren kam er bereits häufiger als Innenverteidiger zum Einsatz.

Für Kovac eröffnet sich dadurch eine weitere Möglichkeit. Prates könnte perspektivisch nicht nur als Alternative für Svensson auf der linken Seite dienen, sondern möglicherweise auch eine Option für die Dreierkette werden. Mit 1,84 Metern Körpergröße und seinem starken linken Fuß bringt der Brasilianer zumindest einige Voraussetzungen für diese Rolle mit.
Für Kovac bieten sich damit möglicherweise wertvolle zusätzliche Optionen. Gerade im Verlauf einer langen Saison können solche flexiblen Lösungen entscheidend werden, wenn Verletzungen, Sperren oder die Belastungssteuerung personelle Veränderungen notwendig machen.










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