Verglichen mit anderen Sportarten wie Handball oder Eishockey kommt es im Fußball deutlich seltener zu Überzahlsituationen. Umso wichtiger ist es, diese konsequent auszunutzen. Das gelingt dem HSV in dieser Saison eindrucksvoll.
Gleich dreimal profitierten die Rothosen in der laufenden Spielzeit von einem Platzverweis. Diese verpuffte lediglich am ersten Spieltag beim 0:2 in Dortmund.
Gegen die TSG Hoffenheim flog Bernardo in der 65. Minute beim Stand von 1:2 mit Gelb-Rot vom Platz. Anschließend drehte der HSV die Partie und gewann noch mit 3:2. Am Freitag gegen Borussia Mönchengladbach erwischte es Ko Itakura, der nach 49 Minuten ebenfalls seine zweite Verwarnung sah. Die verbleibenden 41 Minuten in Überzahl nutzte der Nord-Klub zu zwei weiteren Treffern und einem 3:1-Heimsieg.
Polzin mit HSV-Überzahlen nicht restlos zufrieden
Die daraus folgende Bilanz ist schlicht und ergreifend herausragend: In insgesamt 79 Überzahl-Minuten erzielten die Hamburger vier Tore und kassierten keinen einzigen Gegentreffer. Dass dahinter durchaus ein Plan steckt, bestätigte Trainer Merlin Polzin. „Gerade durch die veränderten Regeln“, wonach Spieler nach vorheriger Behandlung für eine Minute das Feld verlassen müssen, sei es mittlerweile ohnehin üblich, dass Mannschaften „mal in Überzahl, mal in Unterzahl“ agieren müssten. Deshalb habe sich das Trainerteam gezielt mit der Thematik beschäftigt und entsprechende Abläufe trainiert.

„Natürlich ist es unsere Aufgabe, den Jungs einen klaren Fahrplan an die Hand zu geben. Das haben wir getan und die Jungs setzen es gut um“, erklärte Polzin. Gegen Gladbach wurde das besonders nach dem 2:1 deutlich. Mit einem Doppelwechsel für mehr Offensivpower wollte der HSV-Coach das dritte Tor erzwingen. Terem Moffi und Alexander Røssing-Lelesiit kamen für Shafiq Nandja und Martin Adeline. Nur sieben Minuten später erzielten die Hanseaten tatsächlich das 3:1.
Trotz der auf dem Papier starken Überzahl-Bilanz sieht Polzin jedoch Verbesserungsbedarf. Gerade nach dem dritten Treffer verlor der HSV zunehmend die Kontrolle und ließ zehn Gladbacher zu weiteren Gelegenheiten kommen. Deshalb habe es ihm nicht gefallen, „wie unsere Abstände waren, wie wir in unseren Mannschaftsteilen zu weit auseinander agiert haben.“ Polzin kündigte an: „Das werden wir aufarbeiten.“









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